Die stille Revolution der Bibliotheken

Deutschlands Bibliotheken wandeln sich zu modernen Gemeinschaftszentren. Warum das wichtiger ist, als es klingt.

Waehrend alle Welt ueber Kuenstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit diskutiert, findet in Deutschlands Bibliotheken eine leise Transformation statt. Sie werden zu dem, was sie im besten Sinne immer waren: Orte der Begegnung, des Lernens und der demokratischen Teilhabe.

Mehr als Buecher

Die Stadtbibliothek Koeln verleiht inzwischen nicht nur Buecher, sondern auch Naehmaschinen, Werkzeug und Musikinstrumente. In Hamburg gibt es Makerspaces mit 3D-Druckern. In Leipzig finden digitale Sprechstunden fuer Senioren statt. Die Bibliothek des 21. Jahrhunderts ist ein Gemeinschaftszentrum.

Das ist keine Verzweiflungstat einer sterbenden Institution. Es ist die konsequente Weiterentwicklung einer Idee, die so alt ist wie die Demokratie selbst: Wissen und Werkzeuge fuer alle zugaenglich zu machen, unabhaengig von Einkommen oder Herkunft.

Dritter Ort in der Krise

In einer Zeit, in der Einsamkeit zur Volkskrankheit wird und oeffentliche Raeume kommerzialisiert werden, bieten Bibliotheken etwas Seltenes: einen Ort, an dem man sich aufhalten darf, ohne etwas kaufen zu muessen. Soziologen nennen das den dritten Ort — neben Wohnung und Arbeitsplatz.

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